aus der Badischen Zeitung vom Dienstag, 14. Juni 2005

Fliegende Röcke, klatschende Hände
Sommerkonzert des Staufener Faust-Gymnasiums – Teil I: Schülerinnen und Schüler setzten sich wirkungsvoll in Szene

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Mit im Programm beim Sommerkonzert: die größten Hits aus dem Musical „Grease“
FOTO: MARTINA FALLER
STAUFEN. Das Faust-Gymnasium in Staufen hat musikalisch viel zu bieten. Die vielseitigen musikalischen Talente der Schüler sprengen mittlerweile sogar den Rahmen des bewährten Formats des Sommerkonzertes, sodass es in diesem Jahr gleich zwei davon gibt. Das erste gestalteten jüngst der Faust-Chor, die FauSTimmen, die Jazzage und das große Orchester zu einem grandiosen Abend. Das zweite, vom Unterstufenchor und -orchester sowie der Bläser-AG bestrittene Sommerkonzert folgt am Donnerstag, 16. Juni, um 19.30 Uhr.

Den Auftakt in der voll besetzten Aula des Faust-Gymnasiums machte das in Kooperation mit der Jugendmusikschule Südlicher Breisgau neu formierte Große Orchester.

Unter der Leitung von Kerstin Bögner zeigten die 15 Streicher die ganze Bandbreite ihrer Instrumentengruppe auf: im Tango „Glissando“ von Regine Noske und in „Goin’ Straight Along“ von Klaus Winkler wechselten coll’arco-Passagen mit mal rhythmischen, mal swingenden Pizzicati, während der Jazz-Pizzicati von Leroy Anderson, wie der Titel schon verrät, ganz ohne den Bogen auskam. Seinen vollen symphonischen Klang entfaltete der neu formierte Klangkörper erst im letzten Stück, der Jig aus der „Sankt Paul’s Suite“ von Gustav Holst. Mit ihrem leidenschaftlichen Spiel brachten sie den volkstümlichen, mittelalterlichen englischen Tanz auf die Bühne und machten mit präzisen rhythmischen Akzenten gleichsam das Klappern der Holzschuhe und das Klatschen der Hände hörbar.

Fliegende Röcke und klatschende Hände gab es auch beim nächsten Programmpunkt, der zwar nicht ins Mittelalter, dafür aber in die Mitte des vergangenen Jahrhunderts führte, in die Zeit von Petticoat und Pferdeschwanz. Johlen, Pfiffe und Applaus gab es schon beim Auftritt des Chors für das Outfit der Sängerinnen und Sänger, für Mädchen in schwingenden Röcken und Jungs in Lederjacken mit gestellten Kragen und pomadisiertem Haar. Begleitet von Klavier, Bass und Schlagzeug gaben die rund 50 Schüler die größten Hits aus dem Musical „Grease“ zum Besten und versetzten mit einer selbst entwickelten Choreographie die ganze Bühne in Bewegung und das Publikum mit ihren gesanglichen Darbietungen in Begeisterung. Mit einem lachenden und weinenden Auge hat Chorleiter Peter Koderisch den Auftritt seines Chors begleitet, verliert er doch mit dem Schuljahresende gleich neun seiner Sänger. Besonders schwer wiegt der Verlust von zwei Tenören, in den ohnehin schwach besetzten Männerstimmen. Mit dem Lied „Summernights“, ebenfalls aus dem Musical „Grease“, nahmen die Abiturienten Abschied von ihrem Publikum und ihrer Schule und versuchten auch ihrem Chorleiter den Abschied zu erleichtern.

Zumindest kurzzeitig Abschied nehmen heißt es bald auch für die FauSTimmen. Bevor die zehn exzellenten Sängerinnen und Sänger am 9. Juli zum Internationalen Schülerchorfestival nach Schanghai aufbrechen, absolvierten sie beim Sommerkonzert im Faust-Gymnasium gleichsam ihre Generalprobe und boten vor heimischem Publikum ihr von Pop über Jazz bis zum chinesischen Volkslied reichendes Programm dar. In mit Mikrofonen verstärkter A-cappella-Version erheiterten sie das Publikum mit dem Lied „Ein kleiner grüner Kaktus“, erfüllten mit „Sah ein Knab’ ein Röslein stehn“ gekonnt ihre Pflicht und setzten bei „Summertime“ aus „Porgy and Bess“ sowie bei „Don’t worry, be happy“ bravourös ihre Solosänger in Szene.

Nach zwei Zugaben, die auch als Vorab-Dankeschön für die erhofften Spenden zur Unterstützung der China-Reise gemeint waren, gaben die FauSTimmen die Bühne frei für die Jazz-Combo „Jazzage“. Zwei Gitarristen, ein Klarinettist, zwei Saxophonisten, zwei Trompeter, ein Posaunist, zwei Keyboarder und zwei Schlagzeuger zeigten in vier Jazz-Standards von Bill Dobbins, Thelonious Monk, Wes Montgomery und Miles Davis nicht nur die Bandbreite des Jazz auf, sondern in zahlreichen Soli auch ihr Können auf dem Instrument und setzten so einen fetzigen und würdigen Schlusspunkt.

Martina Faller


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