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Stimmgewaltig: der Chor Crescendo bei seinem Herbstkonzert in der Bollschweiler Möhlinhalle. FOTO: SILVIA FALLER |
BOLLSCHWEIL. Wer Glück empfindet, fühlt sich wohl, geht in dem auf, was er gerade tut, wünscht sich an keinen anderen Ort, schaut nicht auf die Uhr, denkt nicht an die Vergangenheit und nicht an die Zukunft. Genauso muss es am Samstag den Sängerinnen und Sängern der beiden Chöre „Crescendo“ und „Fauststimmen“ und auch ihrem Publikum in der Bollschweiler Möhlinhalle ergangen sein. Glückliche Gesichter, wohin man schaut.
Der Auslöser war Musik, genau genommen waren es Lieder, ihren ursprünglichen Entstehungszusammenhängen und Fankreisen entnommen, von den beiden Chören a cappella vorgetragen, bereichert durch etwas Show und aufgehellt durch brillante Soli. Stellenweise verfielen die Zuhörerinnen und Zuhörer in einen wahren Begeisterungstaumel und forderten mit skandierendem Beifall mehr. Kurz und gut, auch im 13. Jahr seines Bestehens war es dem Chor „Crescendo“ mit seinem Dirigenten Fritz Haege gelungen, ein Konzert auszurichten, dass Herz, Hirn und Lachmuskeln angeregt hat und sich unzweifelhaft einprägen wird. Großen Anteil an dieser Wirkung hatten die Schülerinnen und Schüler vom Staufener Faustgymnasium, die erst seit einem Jahr einen Chor unter Leitung von Peter Koderisch bilden, mit geschulten Stimmen und souveränen Auftreten jedoch immens beeindruckten.
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Offensichtlich sind am Faust-Gymnasium große Talente zu Hause und gibt es Lehrerinnen und Lehrer, die diese wecken und fördern. Mit einer Interpretation von Bobby McFerrins Song „Don’t worry, be happy“ setzten die Jugendlichen sogar den absoluten Höhepunkt des Bollschweiler Konzerts. Solist Wolfgang Peltzer versprach den rund 300 Zuhörern, sich höchstpersönlich um ihr Glück zu kümmern und stellte dafür sogar seine Telefonnummer in Aussicht. Allenfalls Nuancen schwächer war der Applaus für die Sopranistin Sarah Hanser und die Altistin Debora Vollrath mit George Gershwins „Summertime“, das als gefühlvolle Hymne an den Sommer verstanden werden kann. Über mehrstimmige vokale Begleitung gelegt, erfüllten die Stimmen der beiden Mädchen die Möhlinhalle. Die Reaktion des Publikums zeigte, dass es sich beileibe nicht nur für rhythmische Reißer begeistern lässt, sondern das hohe musikalische Können der Staufener Schüler zu schätzen wusste.
Mit großem Applaus dankten sie auch für das 1815 von Franz Schubert vertonte „Heideröslein“ und dem Liebeslied „Here, there and everywhere“ von den Beatles. Deren Musik, die in den 60er- und 70er-Jahren Massenhysterien ausgelöst hatte, war am Samstag gut vertreten. Die Gastgeber trugen unter anderem „Can’t buy me love“ und „When I get older“ vor. Ihnen gebührt hohe Anerkennung. Sie waren einst nicht nur einer modischen Welle aufgesprungen, sondern haben Chorgesang in Bollschweil etabliert, der Musik verschiedener Genres und Epochen verbindet und viele Menschen begeistert. Sie selbst sorgten für ein furioses Finale mit dem wunderschönen, an einen Choral erinnernden Lied „Can you feel the love tonight“ von Elton John aus dem Film „König der Löwen“, dem lustigen Stück „Chocolate Chip Cookies“ aus dem Programm der erfolgreichen Kölner Kult-Singers „Wise Guys“ und dem 1982 von der Berliner Gruppe „Spliff“ aufgelegten Hit „Carbonara“. Am Ende sorgten Zugaben für das perfekte Glück. Wer mehr davon fühlen will, kann sich bei Crescendo melden, so die unmissverständliche Werbebotschaft des Chores.
Silvia Faller |